Traditionell zur Sommerzeit hat der Holzcluster Salzburg wieder zur Stadtexkursion unter dem Motto „Blick hinter die Kulissen“ eingeladen. Unsere Landeshauptstadt hat auch abseits der altbekannten Touristenströme viel zu bieten, vor allem wenn es um historische Baukultur, Architektur und Handwerkskunst geht. In Kooperation mit dem Referat der Salzburger Altstadterhaltung konnten wir wieder ein ansprechendes Programm als Stadtspaziergang konzipieren und waren mit über 40 interessierten Teilnehmern mehr als ausgebucht!
Historische Baukultur und traditionsreiches Handwerk im Blick
Dieses Mal führte uns der Stadtspaziergang mitten durch das Zentrum der Salzburger Altstadt. Ziel war es, praxisnahe Einblicke in aktuelle Sanierungsprojekte zu geben und die historische Baukultur sichtbar zu machen. Auch traditionsreiche Handwerksbetriebe sollten eine Bühne bekommen. Im Mittelpunkt stand der fachliche Austausch – sowie die Vernetzung zwischen Architekt:innen, ausführenden Betrieben und Vertreter:innen des Bundesdenkmalamtes.
Generalsanierung Wohnhaus aus dem Mittelalter
Den Auftakt machte die Vorstellung der umfassenden Generalsanierung in der Judengasse 11, einem denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshaus im Herzen der Altstadt. Die Führung erfolgte durch Architekt Gerhard Baumgartner (fally+partner), begleitet von Tischler und Restaurator Gerhard Candido, der die aufwändige Sanierung der historischen Holzdielenböden verantwortete. Besonders interessant war auch die Einsicht in die geöffnete Deckenkonstruktion, bei der eine historische Dippelbaumdecke zum Vorschein kam. Dieses Projekt unterstreicht eindrucksvoll, wie sorgfältig aufeinander abgestimmtes Handwerk und Planung im Altstadtbereich ineinandergreifen müssen.
Foto: Holzcluster Salzburg
Handwerk mit Geschichte - zu Gast bei Schirmmacher Kirchtag
Im zweiten Programmpunkt öffnete Andreas Kirchtag die Türen seiner traditionsreichen Werkstatt in der Getreidegasse. Seit Generationen fertigt die Familie Kirchtag dort in reiner Handarbeit Schirme, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Die Führung bot nicht nur faszinierende Einblicke in die komplexe Herstellung – von der Auswahl des Holzes für die Griffe bis zur Bespannung mit hochwertigen Stoffen aus Italien – sondern wurde durch die humorvollen Erzählungen von Andreas Kirchtag zu einem echten Erlebnis. – Arbeiten im denkmalgeschützten Bestand
Foto: Holzcluster Salzburg
Die Kollegienkirche – barocke Meisterleistung
Den krönenden Abschluss bildete die Besichtigung der Kollegienkirche am Universitätsplatz, einem barocken Meisterwerk von Johann Bernhard Fischer von Erlach. Der visionäre Architekt des österreichischen Hochbarock schuf mit der Kirche ein imposantes Gesamtkunstwerk, das durch seine ausgewogenen Proportionen, den lichtdurchfluteten Innenraum und die prägnante Fassadengestaltung beeindruckt. Stadtbaumeister Wilfried Huemer führte durch das Bauwerk und erläuterte dessen historische Bedeutung. Dabei erzählte er auch interessante Details über den Werdegang des berühmten Architekten. Als besonderes Highlight durften die Teilnehmenden, in Begleitung von Landeskonservator Conny Cossa, den eindrucksvollen Dachstuhl der Kirche begehen, der sonst nicht öffentlich zugänglich ist. Die Besichtigung veranschaulichte auf eindrucksvolle Weise die herausragende handwerkliche Qualität vergangener Jahrhunderte und die Verantwortung heutiger Denkmalpflege.
Beim abschließenden gemütlichen Zusammensitzen in der Pauli Stub’n bot sich reichlich Gelegenheit zur Nachbesprechung der Stadtexkursion und zum Fachsimpeln unter den Teilnehmer:innen.
Foto: Holzcluster Salzburg
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