Rückblick: Das war die erste HOLZArchitekTOUR in der Stadt
Im Zuge der europäischen Mobilitätswoche fand Mitte September erstmals die HOLZArchitekTOUR statt. Gemeinsam mit der Initiative Architektur besichtigten rund 20 Teilnehmer:innen städtische Holz- und Holz-Hybridbauten vor Ort. So ging es vom Hauptbahnhof über den Salzachradweg nach Parsch.
Mit dem Fahrrad vom Hauptbahnhof über den Salzachradweg nach Parsch.
Mit dem Fahrrad als bewusst gewähltem Verkehrsmittel wurde die Verbindung zur Europäischen Mobilitätswoche 2025 sichtbar: Nachhaltige Architektur, Handwerk und klimafreundliche Mobilität gingen Hand in Hand. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitradelnden, insbesondere den Gesprächspartner:innen vor Ort, die in kurzer Zeit wertvolle und tiefgehende Einblicke in die Projekte ermöglichten.
1. Stop | Landesdienstleistungszentrum
Mit dem Treffpunkt am Hauptbahnhof erhielten wir vor Ort mit Blick auf die imposante Baustelle des Landesdienstleistungszentrums von Hr. Andreas Kranawetter (ÖBA, Vasko + Partner), einen interessanten Einblick in das derzeit größte Hochbauprojekt des Landes. Besonders hervorzuheben: Die Koordination aller Gewerke und der Ausbaustufen, wenn zeitgleich bis zu 500 Personen an der Baustelle aktiv arbeiten. Sowie die Koordination der Baustelle aufgrund der beengten Bauplatzsituation.
Auf knapp 10.000 Quadratmetern entsteht ein modernes Bürogebäude für bis zu 1.300 Mitarbeiter des Landes. Der Spatenstich erfolgte Ende 2023. Fertiggestellt wird das neue LDZ bis 2026. Zu den Anforderungen an das neue Gebäude gehört ein ausgeklügeltes Funktionsschema. Das neue LDZ vereint hohe Qualität mit hohem Wohlbefinden und setzt auf nachhaltige, klimafreundliche Bauweise. Das neue LDZ wird in Bezug auf Energieeffizienz und Ökologie Vorbildwirkung haben. Bei den oberirdischen Geschoßen wurden durch die Holz-Hybridbauweise rund 2.500 Holzträger und rund 540 Holzstützen verwendet.
Quelle: Land Salzburg
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Wien
UMSETZUNG
Fotos: proHolz Salzburg
2. Stop | "Am Hirschengrün"
In wenigen Sekunden ging es weiter in die Elisabethstraße zum Bauvorhaben „Am Hirschengrün“ bzw. dem „Hotel zum Hirschen“, bereits in 11. Generation von Katharina Wallmann und ihrem Mann geführt, nun in einem neuen Glanz strahlt. Ein Ort, an dem Tradition und Moderne mit Nachhaltigkeit verschmelzen. In Bezug auf die Bauzeit konnte der Holzbau richtig glänzen: pro Arbeitswoche wurde ein Geschoss des Neubaus (Wohnungen) errichtet.
Eingebettet zwischen der historischen Altstadt und dem Bahnhofsviertel befindet sich das Bauobjekt „Am Hirschengrün“. Auf einer Fläche von insgesamt 5.000 Quadratmetern wurde ein 4-Sterne-Hotel mit 106 Zimmern sowie 42 Eigentums-Wohnungen in Holz- hybrid-Bauweise mit Tiefgarage und Garten errichtet. Der historische Altbau wurde entkernt, generalsaniert und um zwei Anbauten ergänzt. Ein sechsstöckiger Wohnbau schließt daran an. Insgesamt wurden rund 2.000 Kubikmeter heimisches Holz verbaut.
Quelle: Am Hirschengrün
BAUHERR:IN
Salzburg
ARCHITEKTUR
Altenmarkt i.P.
Bregenz
AUSFÜHRUNG
Schwarzach i.P.
3. Stop | Volkgsgarten Pavillion
Über den Radweg entlang der Salzach ging es zum Volksgarten am Ignaz-Rieder-Kai, wo bereits Stadträtin Anna Schiester auf uns wartete. Beim Volksgarten Pavillon (Nominierung Holzbaupreis Salzburg 2023) bekamen wir von Fr. Schiester Einblicke in das Bike-Sharing-System „S-Bike“. Angelika Wirthenstätter vom Magistrat der Stadt Salzburg, gab kurzerhand als Teilnehmerin noch einen Einblick in den Pavillion, der im Juli 2021 eröffnet wurde.
Das S-Bike – ein nachhaltiges Mobilitätsangebot für alle – wird als Projekt in Kooperation zwischen der Stadt Salzburg, dem Land Salzburg und der Salzburger Verkehrsverbund GmbH (SVG) umgesetzt. Ziel ist es, eine einfache, günstige und klimafreundliche Ergänzung zum Öffentlichen Verkehr zu schaffen. „S-Bike ist eine unkomplizierte Ergänzung zum öffentlichen Verkehr: Die Räder lassen sich bequem per App oder Karte ausleihen, und für Klimaticket- und Netzkarten-Besitzer:innen sind die ersten 30 Minuten sogar kostenlos. Mit 60 Stationen und 600 Rädern starten wir stark – und das Netz kann auf 1.000 Räder und 100 Stationen erweitert werden, auch in die Umlandgemeinden. So machen wir den Umstieg aufs Rad noch attraktiver und setzen einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität“, so die zuständige Verkehrs- und Planungsstadträtin Anna Schiester.
Quelle: Stadt Salzburg
BAUHERR:IN
PLANUNG
Salzburg
AUSFÜHRUNG
Abersee
Mondsee
Fotos: proHolz Salzburg
4. Stop | Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP)
Den Abschluss der Besichtigungen machte der Neubau der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) am Borromäum-Areal. Für den Neubau wurde vor Baubeginn eine über 100 Jahre alte Linde versetzt, die von der Maturaklasse gepflanzt wurde, bevor diese in den 1. Weltkrieg abkommandiert wurde. Die Räume sind windradartig um einen Innenhof angeordnet, bei jeder Loggia gibt es einen Blick ins Grüne und auf die umliegenden Bäume – das Holz wird jeweils von außen nach innen geholt, wo sich das natürliche Material in Konstruktion und Innenraumgestaltung fortsetzt. Konstruktiv hervorzuheben: Die Statik bei der Überspannung der 3-fach Turnhalle. Diese wurde überspannt eingebaut (ca. 80mm) und legt sich über die darüberliegenden Lasten (Wände, Bodenaufbau, Dachbegrünung etc.) in die finale waagrechte Endposition.
Das Erdgeschoss präsentiert sich offen und durchlässig mit halböffentlichen Räumen wie Mehrzwecksaal, Speisesaal und Bibliothek mit gemeinsamen Nutzungen. Über das Eingangsfoyer werden mit einer großen Freitreppe die Obergeschosse in Holzbauweise erschlossen. Die Orientierung ist dabei um einen großzügigen Innenhof angelegt. Jeder Erschließungsbereich mündet in einen Aufenthaltsbereich mit offener Lernzone und angeschlossener Loggia. Die verwendeten Materialien und ihre atmosphärische Wirkung wie der Holzbau, Holzfenster und Holzlamellendecken in den Klassenbereichen sorgen für einen neuen Ort des Lernens, der Begegnung und der Schönheit.
Quelle: architekten mayer+seidl
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Niedernfritz
Fotos: proHolz Salzburg
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