Das Kuratorium Wald kürt die Lärche zum Baum des Jahres 2026

Die Lärche wurde vom Kuratorium Wald, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, als Baum des Jahres 2026 bekanntgegeben. Ab 25. April 2026 ist eine Broschüre und ein Plakat – digital und im Druckformat – über das Kuratorium Wald erhältlich.

Die Lärche (Larix decidua) prägt mit ihrer eindrucksvollen Erscheinung und den leuchtenden, im Jahresverlauf wechselnden Nadel¬farben vor allem den inneralpinen Raum. Sie formt Gebirgszüge, Hochplateaus, Täler und Wälder und zählt zu den charakteristischsten Baumarten der Alpen. (Titelbild: © Olga Iacovlenco/Unsplash)

Robuster Schutzwaldbaum mit hoher ökologischer Bedeutung

Als ausgesprochen frostharte, sturmfeste und widerstandsfähige Baumart trotzt die Lärche Schneebruch und Steinschlag und übernimmt damit eine zentrale Funktion im alpinen Schutzwald. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Habitatbaum: Ihre Samen sind eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Vogelarten, während die lichten Kronen viel Licht auf den Waldboden lassen und so einen artenreichen Unterwuchs fördern. Diese Eigenschaft nutzt der Mensch seit Jahrhunderten. Die traditionelle Verflechtung von Lärchenwäldern und Viehweiden (Lärchenwiesen) hat das Vorkommen der Lärche in manchen Regionen gezielt begünstigt und die Kulturlandschaft nachhaltig geprägt.

Besonderheiten, Verbreitung und Nutzung der Lärche

Eine botanische Besonderheit macht die Lärche einzigartig: Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der seine Nadeln abwirft. Nach dem ersten Frost im Herbst färben sich die Nadeln goldgelb, fallen noch vor dem Winter ab und tragen so wesentlich zur Humusbildung bei. Die weichen, hellgrünen Nadeln sitzen in Büscheln an kleinen, höckerartigen Kurztrieben. Die Zapfen sind klein und stehen aufrecht am Zweig. Besonders ist dabei auch, dass sie nach dem Ausfallen der Samen weiter jahrelang am Baum verbleiben.

Lärche - Baum des Jahres 2026 - junge Zapfen
Die Zapfen der Lärche im jungen Stadium © Foto von Ksenia auf Unsplash

Lärche - ein unverzichtbares Nutzholz im heimischen Holzbau

In Österreich wächst die lichtliebende Baumart vor allem in Höhenlagen von 1.000 bis 2.200 Metern. Üblicherweise erreicht sie 25 bis 45 Meter, in Ausnahmefällen sogar über 50 Meter Höhe. Lärchen können über 1.000 Jahre alt werden, meist liegt ihre natürliche Lebensdauer jedoch bei 500 bis 800 Jahren. In freier Einzellage entwickeln sie sich zu imposanten Bäumen mit Stammdurchmessern von bis zu zwei Metern. Als Nutzholz wird die Lärche nach 100 bis 140 Jahren geerntet.

So ist die Lärche auch forstwirtschaftlich von großer Bedeutung: Ihr Holz gilt als witterungsbeständig, langlebig und gut verarbeitbar und wird seit jeher sehr geschätzt. Das Lärchenholz wird sowohl im Außen- als auch im Innenbereich verwendet und kann dabei tragend und nichttragend eingesetzt werden. Es wird für hoch beanspruchte Baukonstruktionsteile sowie im Boots-, Brücken-, Erd- und Wasserbau eingesetzt. Im Innenausbau geht der Einsatz von Fenstern und Türen über Fußböden und Verkleidungen bis in den Möbelbereich. In jüngster Zeit sind Außenverkleidungen aus Lärche sehr beliebt, die, naturbelassen und ungeschützt, nach wenigen Jahren vergrauen und mit einem ausgeführten konstruktiven Holzschutz lange Haltbarkeit besitzen.

(Quellen: Kuratorium Wald, proHolz Austria)

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Lärche - Baum des Jahres 2026 - Verfärbung im Herbst
Verfärbte Nadeln der Lärche im Herbst © Foto von Thomas Chizzali auf Unsplash

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