LDZ – Interview mit Niklas Mayr, Bauleiter Ingenieurholzbau Swietelsky

Landesdienstleistungszentrum Salzburg Niklas Mayr Swietelsky Holzbau

Im Zuge unserer Public Viewing Reihe erhielten wir Ende 2025 einen Einblick in den Baufortschritt des Landesdienstleistungszentrums Salzburg, Österreichs größter Hochbau-Baustelle. Dipl.-Ing. Niklas Mayr, Bauleiter Ingenieurholzbau bei Swietelsky AG /SwieTimber beantwortete im Anschluss ein paar Fragen zum Bauvorhaben im Bezug zum Holzbau.

Landesdienstleistungszentrum Holz-Hybridbau
© Land Salzburg/Melanie Hutter

Niklas Mayr: Besonders detaillierte Vorausplanung für effizienten Bauablauf

proHolz: Beim LDZ kamen im Holzbau Fichtenträger in der Deckenkonstruktion und Furnierschichtholz aus Laubholz, die sogenannte „BauBuche“ bei den Stützen zum Einsatz. Warum habt ihr euch für diese Konstruktion bzw. Kombination entschieden und worin liegen jeweils die Vorteile?

Niklas Mayr: Die Materialauswahl erfolgte in enger Abstimmung mit den Bauherren und dem Architekturbüro. BauBuche wurde gewählt, um durch schlanke Querschnitte eine optimale Raumausnutzung zu erzielen und gleichzeitig ein hochwertiges, architektonisch ansprechendes Erscheinungsbild zu schaffen.

 

proHolz: Wie wurden die Elemente untereinander verbunden? Musstet ihr gewissen Anschlüsse speziell lösen oder wurden die Träger holzbaumäßig via Schwalbenschwanz-Prinzip montiert? Welche Vorteile ergaben sich daraus?

Niklas Mayr: Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind zahlreiche spezielle Anschlussdetails zu berücksichtigen. Standardanschlüsse, wie beispielsweise die Verbindung von Deckenbalken mit dem fassadenseitigen Unterzug, wurden mittels Einhängeverbindern realisiert. Es wurden jedoch bei einer kleinen Anzahl an Anschlüssen auch traditionelle Schwalbenschwanzverbindungen mit zusätzlichen Verschraubungen eingesetzt.

 

proHolz: Der Bauplatz ist sehr beengt, Lagerplatz Mangelware. Gab es eine Idee, eine Innovation oder eine Neuerung bei der Montage, die der Bauzeit positiv in die Hände spielt?
Niklas Mayr: Es wurde entschieden, die Absturzsicherung für das obere Geschoss bereits beim Versetzen der fassadenseitigen Unterzüge zu montieren. Diese Maßnahme gewährleistete nicht nur die Sicherheitseinrichtungen für das obere Geschoss, sondern führte zugleich zu einer spürbaren Optimierung des Bauzeitplans.

 

proHolz: Wie wurden die Träger und Stützen montiert? Gab es hier einen besonderen Montageablauf?

Niklas Mayr: Der hohe Vorfertigungsgrad der Holzbauteile war ein entscheidender Faktor für den Projekterfolg. Bereits in der detaillierten Vorplanung wurde besonderes Augenmerk auf den ambitionierten Bauzeitplan gelegt. Sämtliche Bauteile und Anschlüsse wurden so konzipiert, dass ein möglichst effizienter Bauablauf gewährleistet ist.

 

proHolz: Wie setzt sich euer Team auf dieser großen Baustelle zusammen. Teilweise sind ja über 300 Handwerker in der Rohbauphase im Einsatz, rund 500 in der Ausbaustufe. Wie viele Handwerker fallen auf den Holzbau, um die rund 1.500 m3 Holz zu verbauen?

Niklas Mayr: Seitens der ARGE Habau Swietelsky ist eine Vielzahl an Verantwortlichen eingebunden, um die große Anzahl an Handwerkern vor Ort effizient zu koordinieren. Für den Holzbau standen während der Ausführung rund zehn Fachkräfte auf der Baustelle zur Verfügung.

Über das Landesdienstleistungszentrum

Mit dem neuen Landesdienstleistungszentrum (LDZ) beginnt in Salzburg eine neue Ära der Verwaltung. Aus 25 Standorten der Landesverwaltung, die derzeit verstreut in der Stadt Salzburg und in Wals-Siezenheim sind, wird ein zentraler und mit den Öffis sehr gut erreichbarer Standort.

In der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofes werden aber nicht nur rund 1.400 Mitarbeiter:innen des Landesdienstes unter einem Dach arbeiten und Synergien nutzen. Auch das Bürgerservice wird massiv erweitert. Beratungen und Termine werden in einem modernen Umfeld stattfinden können, es gibt einen Konferenzbereich und auch die Salzburger Verwaltungsakademie zieht ins neue LDZ.

Österreichs modernstes Verwaltungsgebäude wird also ab Anfang 2027 die Verwaltung und die Bevölkerung noch näher zusammenbringen. (Quelle: Land Salzburg)

Fotos: Land Salzburg/Melanie Hutter bzw. proHolz Salzburg 

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