Nachbericht: KI im Handwerk – mit Struktur zu spürbaren Ergebnissen

KI im Handwerk mit Josef Zauner

Eine ausgewogene Mischung an Tischler- und Holzbau-Unternehmer nahmen das Holzcluster Angebot zur Weiterbildung an und trafen sich beim Brückenwirt in St. Johann, um konkrete KI-Einsatzbereiche für ihre Betriebe zu erarbeiten. Im Fokus: klare Strategien, praxisnahe Beispiele und realistische nächste Schritte statt blindem Tool-Aktionismus.

KI im Handwerk“ - was funktioniert bereits in der Praxis, auf was gilt es zu achten?

Der Workshop „KI im Handwerk“ richtete sich bewusst an KMU aus der Holzbranche, die über einen ersten Überblick hinausgehen und praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten für ihren eigenen Betrieb erarbeiten wollten. In einer kompakten Gruppe von Tischlern und Holzbauunternehmern wurde intensiv diskutiert, analysiert und an konkreten Lösungsansätzen gearbeitet.

Firmeninterne Prozesse analysieren

Workshopleiter Josef Zauner, Digital Blocks GmbH, eröffnete den Workshop mit der Klärung der individuellen Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gemeinsam wurden zentrale Themenfelder definiert – darunter KI-Agenten, Datenschutz, Firmen-GPT, Normenscan und Dokumentation. Rasch wurde deutlich: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz funktioniert vor allem dort gut, wo eine strukturierte und saubere Datenbasis vorhanden ist. Bevor man ins reine „Tool-Denken“ einsteigt, sollte man sich daher mit grundlegenden Fragen beschäftigen, um jene Bereiche mit dem größten Hebel zu identifizieren:

Im nächsten Schritt ging es darum, wie KI konkret und sinnvoll genutzt werden kann. Dabei wurde klar betont, dass man Ergebnisse herkömmlicher KI-Anwendungen – etwa von ChatGPT in der Gratisversion – nicht unkritisch übernehmen darf. KI arbeitet auf Basis der Daten, die ihr zur Verfügung gestellt werden. Ähnlich wie bei einem neuen Mitarbeiter muss definiert werden, was die KI wissen muss und welche Aufgaben sie übernehmen kann. Erst durch dieses gezielte „Anlernen“ entstehen verlässliche Ergebnisse. Auf dieser Basis lassen sich beispielsweise Telefon- oder E-Mail-Assistenten strukturieren und einsetzen. Ebenso wichtig sind integrierte Kontrollmechanismen, um sicherzustellen, dass Workflows korrekt und nachvollziehbar ablaufen.

Realistische Umsetzungsszenarien

Anhand konkreter Praxisbeispiele aus handwerksnahen Betrieben zeigte Zauner effektive Einsatzmöglichkeiten auf. Unter anderem wurde eine durchgängige Prozesskette in der Buchhaltung vorgestellt, die zu einer spürbaren Entlastung im Büro führen kann. Besonders spannend war der Ausblick darauf, dass künftig viele Tätigkeiten am PC verstärkt über das Chatfeld eines KI-Agenten – etwa eines unternehmensinternen „Firmen-GPT“ – gesteuert werden können. Das technische Know-how ist bereits weit entwickelt, zahlreiche Lösungen sind am Markt verfügbar. Entscheidend ist nun, sich aktiv mit den passenden Anwendungen auseinanderzusetzen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zauner betonte dabei die Bedeutung eines strategischen Vorgehens: „Mir war wichtig, den Teilnehmern mitzugeben, dass man nicht in blinden Aktionismus verfällt, nur weil man schnell irgendetwas mit Digitalisierung oder Künstlicher Intelligenz umsetzen möchte. Entscheidend ist, strukturiert vorzugehen, im Unternehmen jene Bereiche zu identifizieren, wo wirklich ein Hebel besteht, wo ein klarer Nutzen erkennbar ist und spürbare Ergebnisse möglich sind. Also raus aus dem reinen Tool-Denken – hinein in die Analyse von Prozessen und die gezielte Optimierung von Schnittstellen durch sinnvolle KI-Anwendungen.“

Der Workshop bot zudem viel Raum für persönlichen Erfahrungsaustausch und individuelle Fragestellungen. Mit mehr Klarheit, einem realistischen Blick auf Chancen und Grenzen sowie konkreten nächsten Schritten im Gepäck sind die Teilnehmer nun bestens gerüstet, die gewonnenen Impulse im eigenen Betrieb umzusetzen.

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