Forstwirtschaft Salzburg: klimafitter Waldumbau vs. EU-Bürokratie
Die Forstwirtschaft Salzburg gemeinsam mit der Holzwirtschaft ist mit 1,6 Mrd. Euro Wertschöpfung und 23.000 Arbeitsplätzen ein Rückgrat der Region – doch Brüsseler Verordnungen bedrohen diesen Erfolgsweg. Während Experten den Wald mit Weitsicht verstärkt mit geeigneten Baumarten aufforsten, um ihn gegen Hitze und Lawinen zu wappnen, warnt Landesrat Maximilian Aigner vor einer bürokratischen Fesselung der heimischen Betriebe. Der Lokalaugenschein in Hof bei Salzburg zeigt: Nur eine aktive Bewirtschaftung sichert Schutz, Wohlstand und Trinkwasser. Wird der Wald sich selbst überlassen, wird dies zur Gefahr für Salzburgs Sicherheit und Wohlstand, darum kämpft die Branche für ihre Selbstbestimmtheit.
Holz als Wohlstandsquelle – gesamte Branche sichert 550 Mio. € Steuerleistung
Die Forstwirtschaft Salzburg und die heimische Holzbranche erwirtschaften gemeinsam 1,6 Mrd. Euro Wertschöpfung, sichern dem Bund rund 576 Mio. Euro Steuereinnahmen und bieten den BürgerInnen 23.000 Arbeitsplätze (Quelle: Studie Wertschöpfungseffekte 2023 von econmove/Dr. Anna Kleissner) im gesamten Bundesland. Zum Vergleich: Die Steuerleistung aus der Salzburger Forst- und Holzwirtschaft entspricht in etwa jenem Finanzierungsbedarf, den das Land Salzburg für Bildung, Sport, Wissenschaft (gesamt 232 Mio.) und die Landeskliniken (364 Mio.). aufbringen muss. (Quelle: Auszahlungen abzüglich Einzahlungen auf Basis Landesvoranschlag Finanzierungshaushalt 2026 des Landes Salzburg).
Salzburg setzt auf Eigenständigkeit: Landesrat Aigner will regionale Holzwirtschaft stärken
Mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Forstwirtschaft und Holzwirtschaft betont Landesrat Maximilian Aigner die Rolle regionaler Verantwortung für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche: „Unser Ziel muss es sein, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit in Salzburg weiter zu stärken. Gerade die Wertschöpfungskette Holz zeigt, wie viel Potenzial in unserem Land steckt – von der nachhaltigen Bewirtschaftung bis zur Verarbeitung. Salzburg verfügt über alle Stufen dieser Wertschöpfungskette. Eine aktive Waldbewirtschaftung sichert daher nicht nur stabile Wälder, sondern auch regionale Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit“, so Aigner.
Bewirtschaftete Wälder schaffen Wohlstand und Sicherheit für Salzburg
Durch Bewirtschaftung gut gepflegte Wälder sind jünger und widerstandsfähiger, schützen Dörfer und Straßen vor Lawinen, Steinschlag und Muren und liefern den heimischen Rohstoff Holz zum Bau von kleinen bis großen Bauvorhaben. In Zukunft braucht es genau diese klimafit gehaltenen Wälder, denn durch den Einsatz der Waldeigentümer entstehen junge Wälder mit einer neuen Baumartenmischung, die dem Klimawandel standhalten. „Das Klima in den Alpen verändert sich. Das spürt man mittlerweile an den wärmeren Temperaturen. Klimaexperten prognostizieren eine Fortsetzung dieses Trends für die kommenden Jahrzehnte. Für die rasche Anpassung an heißer werdende Sommer und wärmere Winter benötigen die Wälder eine aktive Bewirtschaftung„ ,sagt Forstdirektor DI Franz Lanschützer von der Landwirtschaftskammer Salzburg. „In erster Linie geht es dabei um die Schaffung junger Wälder mit einer geeigneten Baumartenzusammensetzung.“ Das gute an der Problematik ist, dass „diese Veränderung den Salzburger Waldbauern seit langem bekannt ist, so dass jetzt schon Mischwälder mit verschiedenen Baumarten zunehmen.“
Gegen überbordende Bürokratie aus Brüssel: "faire Regeln für Salzburgs Forstwirtschaft"
Kritisch sieht Aigner daher die aktuellen Regelungen aus Brüssel: „Durch den unermüdlichen Einsatz von Bundesminister Norbert Totschnig sowie durch starke Salzburger Stimmen im Forstbereich konnten der EUDR bereits einige der schärfsten Zähne gezogen werden. Nun gilt es weiter dranzubleiben, damit der Eingriff in das Eigentum so gering wie möglich bleibt. Die Europäische Kommission ist verpflichtet, bis zum 30. April 2026 weitere Vereinfachungen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) vorzulegen und genau das erwarten wir uns auch von der Kommission. Die EU-Entwaldungsverordnung schießt in ihrer derzeitigen Form weit über das Ziel hinaus. Gerade Regionen wie Salzburg, in denen seit Generationen nachhaltig und verantwortungsvoll gewirtschaftet wird, brauchen wir keine neuen Dokumentationspflichten und Auflagen. Das gefährdet genau jene nachhaltige Forstwirtschaft, die Europa eigentlich stärken sollte. Die EUDR behandelt Regionen mit vorbildlicher Waldpolitik gleich wie Staaten, in denen tatsächlich Entwaldung stattfindet. Das ist weder sachgerecht noch fair gegenüber unseren Waldbauern.“
Rosenstatter: „Wir für den Wald, der Wald für uns“
„Das Gefüge Wald ist nicht statisch, daher ist es auch eine Illusion, dass durch teure Bürokratiemonster, wie etwa der EU-Wiederherstellungsverordnung, dem Wald etwas Gutes getan wird. Der Wald der Vergangenheit und Gegenwart hatte andere klimatische Voraussetzungen als jener Wald, den wir in Zukunft vorfinden werden bzw. für Versorgungssicherheit als Rohstoffquelle oder zur Erholung und für sauberes Wasser und Luft benötigen“, sagt Ök-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann proHolz und Waldverband Salzburg.
Dürfen Wald nicht sich selbst überlassen
„Wenn der Wald sich selbst überlassen wird, würde er überaltern und anfällig für Schäden. Damit kommt der Wald aus dem Gleichgewicht, welches durch eine annähernd 300-jährige Tradition der nachhaltigen Waldbewirtschaftung aufgebaut und gesichert wurde. Die Leistungen des Salzburger Waldes – Holzproduktion zum Bauen, für die Möbelproduktion oder als Energielieferant, Schutz vor Naturkatastrophen, Schutz des Trinkwassers oder die Möglichkeiten der Bevölkerung, sich sicher auf Waldwegen und Forststraßen zu bewegen – müssen in diesem Gleichgewicht erhalten bleiben“, zeigt sich Rosenstatter überzeugt.
Kernbotschaften: Forstwirtschaft und Holzwirtschaft Salzburg
- Wohlstandsquelle & Steuergarant:
Die Branche erwirtschaftet 1,6 Mrd. Euro Wertschöpfung und sichert dem Bund rund 576 Mio. Euro Steuereinnahmen. Zum Vergleich: Die Steuerleistung aus der Salzburger Forst- und Holzwirtschaft entspricht in etwa jenem Finanzierungsbedarf, den das Land Salzburg für Bildung, Sport, Wissenschaft (gesamt 232 Mio.) und die Landeskliniken (364 Mio.) aufbringen muss. - Beschäftigungsimpuls:
Mit 23.000 Arbeitsplätzen ist die Wertschöpfungskette Holz einer der wichtigsten Arbeitgeber im gesamten Bundesland. - Klimafit durch Waldumbau:
Um gegen Hitze und Schädlinge resistent zu bleiben, benötigen die Wälder in Zukunft eine geeignete Baumartenzusammensetzung. Ein sich selbst überlassener Wald kann sich nicht schnell genug an den Klimawandel anpassen. - EU-Wiederherstellungsverordnung:
Ihr Ziel ist es, bestehende Natur zu schützen und bereits zerstörte oder geschädigte Ökosysteme aktiv wieder gesund zu pflegen – Salzburgs Wald erhält durch Bewirtschaftung die Waldfunktionen. - Sicherheit & Schutz:
Nur bewirtschaftete Wälder garantieren den Schutz vor Lawinen, Muren und Steinschlag für Siedlungen und Infrastruktur. - Tradition trifft Zukunft:
Die seit fast 300 Jahren bestehende nachhaltige Bewirtschaftung sichert nicht nur den Rohstoff Holz, sondern auch die Trinkwasserqualität und den Erholungsraum.
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