Die Sieger beim Bautechnikpreis Salzburg 2026
- Holzbau & Zimmerei
- Bautechnikpreis, Holzbau
Mit dem Bautechnikpreis Salzburg, ausgelobt von Landesinnung Bau und Landesinnung Holzbau in der WKS, proHolz Salzburg, der Kammer der Ziviltechniker:innen, Architekt:innen und Ingenieur:innen für Oberösterreich und Salzburg sowie von Innovation Salzburg werden die besten Abschlussprojekte bzw. Diplomarbeiten von HTL-Absolventen ausgezeichnet und vor den Vorhang geholt. Zudem wird damit ein zusätzlicher Anreiz für die Schüler geschaffen, mit besonderem Engagement an die Ausarbeitung heranzugehen.
Bautechnikpreis Salzburg würdigt ausgezeichnete Abschlussarbeiten
Insgesamt 16 Projekte (gesammelt in einer Broschüre) wurden im Jahr 2026 von Projektgruppen der baunahen HTLs (Salzburg, Hallein, Saalfelden sowie dem Holztechnikum Kuchl) in den Kategorien Neu- und Umbau, Innovationen sowie Ingenieur- und Ingenieurholzbau eingereicht. Zudem wurde für ein Projekt mit hervorragenden Lösungsansätzen, das keiner der genannten Kategorien zuzuordnen war, ein Anerkennungspreis verliehen. Bei der Beurteilung wurde besonderer Wert auf die bautechnische Ausführung, die architektonische Gestaltung sowie die ökologischen und nachhaltigen Aspekte der Projekte Wert gelegt.
(alle Fotos der Preisverleihung: LI Bau/Veigl)
„Ideen, Freude, Interesse, Visionen“ – das sind die Schlagworte, die mir bei der Jurierung in den Sinn gekommen sind. Die Einreichungen waren sehr interessant zu begutachten. Immer auf die Idee und den Gedanken zu kommen, was sich diese jungen Menschen hinter diesen Entwürfen gedacht haben – das macht die Arbeit für die Preisgerichtmitglieder unheimlich schön und interessant. Diesen jungen, angehenden TechnikerInnen kann man gratulieren zu solch gelungen eingereichten Projekten“, sagte etwa Markus Eder, Holzbau Landesinnungsmeister Stellvertreter.
Auszeichnungen
Strandcafé | Ingenieurholzbau
- Romed Albrecht, Philip Rieger
- HTL Hallein
- Arch. DI Walter Klasz, DI Dr. Hannes Birglechner
Der vorliegende Entwurf stellt einen Versuch dar, am Wolfgangsee ein attraktives Panorama-Strandcafé im Ingenieurholzbau zu entwickeln. Der Baustoff Holz wird hier in intelligenter und materialgerechter Weise eingesetzt. Den Unterbau des Holzkonstruktes bildet eine Stahlbetonplatte, welche mittels STB-Säulen auf Fundamenten auf dem Seeboden ruht. Ein zweigeteilter Zugangssteg ermöglicht den Zugang zum Café und gibt durch diese Konfiguration bereits die Wasserfläche frei. Die Restaurationsfläche fächert sich um die Bar und den Küchenbereich mit maximaler Blickausrichtung auf den schönen Wolfgangsee. Der Entwurf wurde mit Poesie ausformuliert und stellt in seiner Gesamtheit eine gelungene Komposition dar. Besonders erfrischend empfindet das Preisgericht die komplexe Einfachheit des Projektes. Die Konstruktion wurde zielführend und technisch richtig entwickelt. Die Detailausführung entspricht in hohem Maß der Bauaufgabe und ist umsetzbar. Ein kleiner Kritikpunkt: Die tragenden Stahlbetonsäulen hätten auch vertikal und zurückgesetzt positioniert werden können – das hätte den funktionalen Holzbau noch mehr in den Vordergrund gestellt. Das Preisgericht gratuliert den Verfassern zu der hervorragenden Leistung!
Kino Saalfelden | Neu- & Umbau
- Elias Margesin
- HTL Saalfelden
- Arch. DI Reinhard Kaserer
Im Bereich des ehemaligen KIKA-Geländes der Stadtgemeinde Saalfelden soll ein neues Kino gebaut werden. Der Verfasser versteht es mit seinem Projekt den vorangestellten Leitsatz – form follows function – gerecht zu werden. Die projektierten 4 Kinosäle sind in ihrer Proportion und Ausformulierung klar nach außen ablesbar und geschickt im Uhrzeigersinn ausgedreht. Der Entwurf besticht durch seine Klarheit und Einfachheit. Im Erdgeschoss werden die (Einzel-) Baukörper zusammengefasst und miteinander verbunden. Alle dienenden Bereiche wie Rezeption, Bar, Küche,… und alle zum Kinobetrieb gehörenden Funktionen sind hier sehr gut ineinander verwoben, um die Funktionsfähigkeit des Gesamtkonstrukts optimal zu gewährleisten. Die Komposition der Kinosäle und auch die Herausarbeitung der architektonischen Merkmale können als äußerst gelungen bezeichnet werden und stellen ein Unikum bei allen diesjährig eingereichten Projekten dar. Die technische Ausarbeitung beantwortet die wesentlichen Fragen. Der ausgearbeitete Schnitt ist zielführend gewählt und technisch korrekt ausgeführt. Die Vitruvianische Triade (Firmitas, Utilitas und Venustas) wurde hier in gelungener Form angewandt und ausgeführt. Das Preisgericht gratuliert dem Verfasser zu seiner hervorragenden Leistung!
Trinkwasserkraftwerk & Wasserversorgung Pfarrwerfen | Innovation
- Arthur Altmann, Simin Fölsch, Moritz Kössler
- HTBLuVA Salzburg
- DI Robert Gostner, DI Dr.tech. Klaus Fuchs
Das Projekt Trinkwasserkraftwerk und Wasserversorgung Pfarrwerfen dient der Versorgungssicherheit und ist energetisch nachhaltig. Für das Preisgericht ist es innovativ, wenn die Wasserversorgung zur Energiegewinnung genützt wird. Das Projektteam hat erkannt, dass mit dem Höhenunterschied und der Wassermenge eine Peltonturbine betrieben werden kann. Es handelt sich hier um ein sehr gut ausgearbeitetes Projekt, das plausibel erscheint. Der Übersichtslageplan ist klar und deutlich dargestellt. Durch die Gegenüberstellung des Bestandes zum Neubau kann man den Gedanken der Planung erkennen und nachvollziehen. Die Darstellung des Krafthauses und des Hochbehälters ist in klarer und eindeutiger Ausführung. Die technischen Details wirken gut überlegt und sind plausibel. Es liegt keine nachvollziehbare hydraulische Berechnung vor und so muss man dem Projektteam Glauben schenken, dass der Ertrag bei 5880 MWh liegt. Auch der Ertrag von € 600.00,00 ist nicht nachvollziehbar, jedoch für das Preisgericht stimmig. Das Preisgericht gratuliert dem Projektteam für die ausgezeichnete Arbeit.
Anerkennung
Therme Zell am See
- Elias Schöndorfer, Jakob Gschaider, Christoph Unterrainer
- HTL Saalfelden
- Arch. DI Petra Waldmann, DI Peter Ginzinger, Arch. DI Alexander Lugner
Am Ostufer des Zellersees soll eine neue Therme entstehen. Die Verfasser – inspiriert durch die umgebende Bergwelt – projektieren eine gefaltete Dachkonstruktion, welche sich über die Funktionen einer Therme am See stülpt. Gestalterisch gekonnt, verstehen es die Verfasser eine skulpturale Ausformulierung der Aufgabe zu entwickeln, scheinen jedoch letztendlich mit dem Raumprogramm und dem inneren Aufbau einer Therme überfordert. Der Aufwand der Konstruktion entspricht in keinster Weise der Bauaufgabe, zumal die angebotenen Flächenverhältnisse zueinander nicht denen einer auch wirtschaftlich funktionierenden Thermenanlage entsprechen. Nur zum Verständnis: Garderoben zu klein, Poolanlagen zu klein, offene Bar im Thermenbereich, Ruheraum im OG nicht barrierefrei, keine Restauration, etc. Die technische Ausführung scheint durch die Detailzeichnung im ersten Augenblick als durchdacht und professionell. Beim genaueren Studium kamen hier jedoch beim Preisgericht Zweifel auf, ob hier nicht im Dachbereich eine bauphysikalische Problemstellung vorliegt. Nichtsdestotrotz ist der Gestaltungswille der Verfasser beeindruckend und überzeugend, wenn auch der letzte notwendige Schritt zum Erfolg nicht gegangen
wurde.
Die Preisträger der letzten Jahre
- Holzbau & Zimmerei
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