Unsere Welt wird immer schneller und dynamischer. Selbst jene, die Veränderungen bisher eher beobachtet als aktiv gestaltet haben, spüren den Wandel. Rückzugsorte zu finden oder Kraftorte für sich und andere zu gestalten wird zunehmend zu einer Herausforderung. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen unser tägliches Leben, mal bewusst, mal unbewusst.
Sommerphilosophikum: Zukunft des Wohnens
Ausgehend davon gingen wir beim diesjährigen Sommerphilosophikum in der Tauglerei, der Frage nach der Zukunft des Wohnens nach. Wir hätten kein fesselnderes Thema für unsere Zielgruppe finden können, denn zum einen ist das Wohnen per se etwas sehr Persönliches und Individuelles und zum anderen setzte sich der Teilnehmerkreis aus Unternehmern wie Tischler, Holzbauer und Architekten zusammen, die tagtäglich für ihre Kunden Wohnräume schaffen.
Diskursleiterin Theres Bock-Ortner eröffnete ihren Kurzimpuls mit der Vorstellung einer Wohnmatrix, die sie im Zuge ihrer Doktorarbeit (von netidee gefördert) zum Thema Wohnforschung entwickelt hat. Diese Matrix baut auf 3 Ebenen des Wohnens auf, die wiederum 5 Dimensionen kreuzen.
Die Wohnmatrix in Ebenen & Dimensionen
Mit Hilfe der Wohnmatrix wurden zwei Diskussionspole eröffnet:
Pol 1 (funktionalistisch-ökonomisch bis transhumanistisch): Der Status Quo des Wohnens ist zum Großteil in der praktischen Ebene angesiedelt und durch funktional-ökonomischen Strömungen motiviert. Soll heißen, ich brauche eine Küche mit Kühlschrank, Ofen, Spüle… im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten.
Eine andere Herangehensweise zum Thema Wohnen bietet der Pol 2 (humanistisch-geokulturell): Dieser Pol geht davon aus, dass sich das Bauen bzw. Planen am menschlichen Wohnen orientiert. Gemäß dem Ansatz Heideggers: „Wir wohnen nicht, weil wir gebaut haben, sondern wir bauen und haben gebaut, insofern wir wohnen, d. h. als die Wohnenden sind.“ Damit rücken Wohngefühl und Geschichten von Identität oder Ausstrahlung mehr ins Zentrum.
Diskussion & Erfahrungsaustausch
Die beiden Pole lösten eine rege Diskussion rund um das Thema „Wohngefühl“ mit sehr vielen unterschiedlichen Blickwinkeln aus. Viele Beispiele der Teilnehmer bezogen sich dabei auch auf Vergangenes und immer wieder stellte man sich die Frage, wie wir unsere Meinung zum Wohnen aus Vergangenheit und Gegenwart in eine mögliche Zukunft des Wohnens transformieren können?
So endete ein weiteres Philosophikum genauso wie es begonnen hatte: Mit einer Frage…
Im Anschluss wurde beim gemütlichen Ausklang noch rege weiterdiskutiert. Das Format „Selber denken“ bietet den Unternehmern mal einen anderen Zugang zu wichtigen Themen aus dem Unternehmeralltag und schafft über den Perspektivenwechsel Platz für Ideen und Inspirationen.
>> Hier auch noch den Blogbeitrag von Theres Bock-Ortner zum Impulsabend nachlesen.
Fotos: proHolz & Holzcluster Salzburg
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