Nachbericht: Fahrrad-Exkursion zu Holzarchitektur in der Stadt Salzburg
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- Weiterbildung
Im Zuge der Europäischen Mobilitätswoche 2026 entdeckten wir mit dem Fahrrad auf dem Weg durch die Stadt Salzburg neugebaute Holzarchitektur. Dabei besichtigten wir die Lagerhalle der Stadtgärtnerei, die Abfallsammelstelle sowie den Neubau „Division für Forensische Psychiatrie“ der Christian-Doppler-Klinik, die Erweiterung des Kindergarten Lehen II und erfuhren Interessantes zur Bauteilaktivierung in Holzdecken, die als Forschungsprojekt in der Wohnbebauung Lanserhofwiese BA3 umgesetzt wird.
Besichtigung von Holzarchitektur in der Stadt Salzburg
Das in der Landeshauptstadt mittlerweile viele Bauprojekte mit dem Baustoff Holz realisiert werden, zeigen einerseits die aktuellen Einreichungen zum Holzbaupreis Salzburg 2027. Andererseits setzt die Stadt Salzburg bei ihren Bauvorhaben auf den nachwachsenden Rohstoff. So kommt es, dass wir bereits zum zweiten Mal eine Fahrrad-Exkursion im Zuge der Europäischen Mobilitätswoche gemeinsam mit der Initiative Architektur umsetzten konnten, um Holzarchitektur zu betrachten und mehr darüber von Bauherren, Architekten und Nutzern zu erfahren.
Ein großer Dank richtet sich an alle, die bei ihren Projekten die Türen geöffnet haben und uns Einblicke in ihr Bauvorhaben und ihre Holzarchitektur gegeben haben. [Das war die erste HOLZArchitekTOUR 2025]
Im Verlauf dieses Beitrags finden Sie eine kurze Vorstellung und Bilder zu den jeweiligen Projekten.
Fotos: proHolz & Holzcluster Salzburg
Lagerhalle Stadtgärtnerei
Als Ersatz für den baufälligen Fronburgstadel erhielten die Stadtgärtner eine Lagerhalle im Areal der Gewächshäuser im Salzburger Stadteil Nonntal. Die ca 12,5 x 30 m große Holzkonstruktion setzt auf einer pfahlgegründeten Bodenplatte auf. Die Halle ist durchfahrbar und hat deshalb auf beiden Seiten große Schiebetore. Ein umlaufendes Lichtband aus Polycarbonatplatten sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Das Dach ist mit einer intensiven Dachbegrünung ausgestattet, die es den Gärtner erlaubt mit unterschiedliche Pflanzungen zu experimentieren. Das allseitig auskragende Dach ist westseitig mit bepflanzbaren Spannseilen versehen. Die Materialien sind Fichte für die konstruktiven Holzbauteile, Lärche und gestockter Beton.
Quelle: Einreichung Holzbaupreis Salzburg 2027 / Udo Heinrich
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Salzburg
AUSFÜHRUNG
Abersee
Foto: © Udo Heinrich
Thermische Bauteilaktivierung in Holzmassivdecken | Wohnbebauung Lanserhofwiese BA3
Die thermische Bauteilaktivierung in Holzmassivbauweise integriert Heizkreise direkt in vorgefertigte Deckenelemente. Die Rohrleitungen werden in passgenau eingefräste Kanäle der Holzdecke eingelegt und geschützt in die Konstruktion eingebunden. Dadurch wird ein hoher Vorfertigungsgrad erreicht, da wesentliche Komponenten bereits im Werk präzise eingebracht und fixiert werden können. Gleichzeitig wird die thermische Speichermasse der Deckenkonstruktion genutzt, sodass Wärme gleichmäßig und zeitlich verzögert an den Raum abgegeben werden kann. Dies trägt zu einem stabilen und hohen thermischen Komfort bei.
Quelle: FH Salzburg / Department Design and Green Engineering
BAUHERR:IN
Salzburg
ARCHITEKTUR
Salzburg
GU / HOLZBAU
Großarl
Tamsweg
© Bild 1 Drohne: Schwarzenbacher Struber; Bild 2 & 3: proHolz Salzburg
Christian Doppler Klinik – Forensik
War das Wettbewerbsprojekt noch ein eingeschossiger, teilunterkellerter Stationsneubau mit der eigentlichen Forensik sowie Besucherbereich und Tagesklinik/Ambulanz, so wurde das Projekt im Sinne einer Nachverdichtung und sorgsamen Umgang mit Grund und Boden während des Entwurfsprozesses um eine teilweise Aufstockung erweitert. Der Neubau der Forensik befindet sich im nordwestlichen Bereich der Christian-Doppler-Klinik. Das Erdgeschoss gliedert sich in drei Bereiche: Die Tagesklinik und Ambulanz, den Besucherbereich mit Arbeitsbereich für die Ärzte und Therapeuten, sowie die forensische Station. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Büroräume der Klinischen Psychologie. Das zweite Obergeschoss nutzt die Sportpsychiatrie. Mit Ausnahme der erdberührten Bauteile wird das Gebäude als konstruktiver Holzbau mit sägerauer Wechselfalzschalung errichtet. Die Dachflächen werden extensiv begrünt und mit Photovoltaik-Paneelen belegt.
Quelle: sps architekten
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Thalgau
AUSFÜHRUNG
Niedernfritz
© Ana Ocic
Christian Doppler Klinik - Zentrale Abfallhalle
Die bestehende Abfallhalle nahe der Kinder / Jugendpsychiatrie musste auf Grund von Platzmangel und nicht mehr entsprechenden Standards durch einen Neubau ersetzt werden. Als Standort für die Zentrale Abfallhalle (ZAH) wurde das direkte Umfeld der Remise (CDK-23) ausgewählt. In diesem Bereich ist der notwendige Platzbedarf vorhanden, der Standort liegt zentral, ohne eine Störung für die Patienten der Christian Doppler Klinik zu verursachen. Die Geometrie des Gebäudes entwickelt sich um den Wurzelraum einer Rotbuche, das Naturdenkmal wird somit geschützt. Gemeinsam mit dem denkmalgeschützten „alten Bauernhaus“ bildet sich ein Hofsituation. Die ZAH wird an die Ostseite der Remise angebaut, und bildet gemeinsam mit dem bestehenden Gebäude einen Hof. Der Neubau ist so konzipiert, dass die größeren Container für Restmüll, Kartonagen, Alteisen, Bauschutt und Sperrmüll direkt von außen entsorgt werden können. Mit einem Elektrozug werden die Abfallstoffe, die am Krankenhausareal in dezentralen Sammelstellen gesammelt werden, über eine eigene Ein- und Ausfahrt angeliefert. Die Räume für gefährliche Abfälle sind im nördlichen Bereich angeordnet. Die Ostseite ist aufgefächert, um im Inneren Platz für die verschiedenen Fraktionen zu bieten und um die Außenfassade zu gliedern. Die Tragstruktur ist als klar lesbare Holzkonstruktion ausgebildet. Weit spannende Leimbinder gliedern den Raum. Die darüberliegende Dachkonstruktion wurde aus Brettsperrholz-Elementen konstruiert und als Gründach ausgebildet. Außenwände sind in Holzrahmenbauweise gefertigt und sowohl innen als auch außen mit Holz bekleidet.
Quelle: Einreichung Holzbaupreis Salzburg 2027 / huber und theissl architekten
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Salzburg
AUSFÜHRUNG
Eugendorf
© Volker Wortmeyer
Sanierung und Erweiterung Kindergarten Franz-Martin-Straße 1
Die Erweiterung des Kindergartens Franz-Martin-Straße verbindet den Bestand mit moderner Holzbauarchitektur zu einem zeitgemäßen Bildungsgebäude. Der bestehende Westtrakt bleibt erhalten und wird sensibel weiterentwickelt. Entlang der Straße erscheint der Neubau zweigeschossig, im Anschluss an den Bestand eingeschossig, um Dachlandschaft und Belichtung der Gruppenräume zu bewahren. So entsteht ein markantes, L-förmiges Bauvolumen mit großzügiger Öffnung zum Freiraum und Salzachkai. Ein einladender Vorplatz führt zum barrierefreien Haupteingang mit zentraler Garderobe und direkter Verbindung zum Garten. Produktionsküche und Speisesaal liegen im östlichen Gebäudeteil; der helle Speisebereich öffnet sich zum Garten. Die bestehenden Gruppenräume werden um zusätzliche Gruppenräume und großzügige Marktplätze ergänzt, die als kommunikative Zentren dienen. Alle Räume im Obergeschoss orientieren sich nach Süden und verfügen über beschattete Terrassen, die Innen- und Außenraum verbinden. Differenzierte Gartenräume schaffen hochwertige Aufenthaltsbereiche für Spiel und Lernen. Holz, Glas und Begrünung prägen das Erscheinungsbild, warme Materialien und gezielte Farbakzente schaffen eine freundliche, kindgerechte Atmosphäre. Insgesamt entsteht ein lichtdurchfluteter Kindergarten mit hoher Aufenthaltsqualität und nachhaltigem architektonischem Konzept. Quelle: Einreichung Holzbaupreis Salzburg 2027 / PLOV Architekten
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Wien
GU / HOLZBAU
Wals
Ebbs
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