Feuerwehrhaus in Holzbauweise – Gastbeitrag aus IM BLICK Magazin
- Holzbau & Zimmerei
- Öffentlichkeitsarbeit
Ob Kindergarten, Schule, Bauhof oder Feuerwehrhaus in Holzbauweise – der Baustoff wird längst nicht mehr nur im Wohnbau eingesetzt. Immer mehr Gemeinden setzen bei öffentlichen Gebäuden auf den nachwachsenden Rohstoff und verbinden damit ökologische Verantwortung, regionale Wertschöpfung und hohe Aufenthaltsqualität.
Beitrag geschrieben von Dr. Alexander Tempelmayr, zuerst erschienen bei Salzburg IM BLICK
Löschzug Unterdorf - Feuerwehrhaus in Holzbauweise
Die Beispiele aus Thalgau (Flachgau) und Unternberg im Lungau zeigen, dass Holz auch ein idealer Baustoff für die Errichtung von Feuerwehrhäusern ist. Denn dank moderner Konstruktionen lassen sich auch öffentliche Gebäude wirtschaftlich, nachhaltig und mit kurzen Bauzeiten errichten. Gleichzeitig sorgt Holz für ein angenehmes Raumklima und bindet über Jahrzehnte hinweg Kohlendioxid. Gerade im Bundesland Salzburg, wo die Forst- und Holzwirtschaft seit Generationen eine wichtige Rolle spielt, entscheiden sich zahlreiche Gemeinden bewusst für den heimischen Baustoff. Sie können damit Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und regionale Identität miteinander verbinden und Gebäude schaffen, die auch für kommende Generationen Bestand haben.
Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Feuerwehrhaus des Löschzuges Unterdorf in der Flachgauer Gemeinde Thalgau. Das zweigeschossige Gebäude wurde vollständig in Brettsperrholzbauweise errichtet und zeichnet sich durch sichtbare Holzoberflächen aus. Neben der Fahrzeughalle, Werkstätten und Umkleideräumen befinden sich im Obergeschoss ein Schulungsraum sowie Reserven für spätere Erweiterungen. Ein markanter Schlauch- und Übungsturm prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes. Besonders bemerkenswert ist die enge Einbindung der Bevölkerung. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr leisteten zahlreiche Arbeitsstunden, zudem stellten Thalgauer Waldbesitzer Holz aus ihren Wäldern kostenlos für den Bau zur Verfügung. Damit entstand nicht nur ein funktionales Gebäude, sondern auch ein Projekt, das die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Feuerwehr widerspiegelt.
Das Projekt erhielt beim Holzbaupreis Salzburg 2023 eine Nominierung.
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Thalgau
AUSFÜHRUNG
Thalgau
© Andrew Phelps
Unternberg - eine Feuerwehrhaus in Holzbauweise
Im Lungau wurde 2026 ein weiteres Beispiel für modernes kommunales Bauen fertiggestellt: Mit dem neuen Feuerwehrhaus in Unternberg entstand ein Gebäude, das Funktionalität, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet. Der zweigeschossige Neubau wurde – mit Ausnahme der Fundamente und der Waschbox – in Holzmassivbauweise errichtet. Als Dämmstoff kam Holzfaser zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 166 Tonnen Holz und Holzfaserdämmung verbaut. Bei der Planung durch das Architekturbüro Ernst & Ilsinger in Tamsweg standen vor allem die Anforderungen des Einsatzbetriebes im Mittelpunkt.
Bereits die Erschließung des Gebäudes wurde so konzipiert, dass sich ankommende Fahrzeuge und ausrückende Einsatzfahrzeuge nicht kreuzen. Die Zufahrt erfolgt an der Ostseite, die Ausfahrt an der Westseite des Gebäudes. Im Inneren sorgen kurze Wege für effiziente Abläufe. Alle einsatzrelevanten Räume befinden sich im Erdgeschoss. Schulungsräume und die Räumlichkeiten der Feuerwehrjugend wurden im Obergeschoss untergebracht. Besonderes Augenmerk galt auch dem Rückkehrprozess nach Einsätzen. Über eine Schmutzschleuse mit Stiefelwaschanlage und angrenzendem Waschraum gelangen die Einsatzkräfte zurück in den sauberen Bereich der Mannschaftsumkleide. Eine Besonderheit stellt die außenliegende Fluchttreppe dar. Sie dient nicht nur als zweiter Rettungsweg, sondern kann auch für Ausbildungszwecke genutzt werden.
Das Projekt wurde zum Holzbaupreis Salzburg 2027 eingereicht.
Für Bürgermeister Andreas Fanninger war die Entscheidung für Holz naheliegend: „Als land- und forstwirtschaftlich geprägte Gemeinde mit zahlreichen holzverarbeitenden Betrieben in Unternberg und der Region hat der Holzbau bei uns seit jeher Tradition. Bereits 2011 wurde der Kindergarten und 2014 die Volksschule in Holzbauweise errichtet. Daher war für uns von Anfang an klar, dass wir auch den Neubau des Feuerwehrhauses in Holzbauweise ausschreiben. Umso mehr freut es uns auch, dass heimische Unternehmen als Bestbieter den Zuschlag erhalten haben. Der Holzbau bietet aus unserer Sicht viele Vorteile: Er ermöglicht kürzere Bauzeiten, sorgt für ein angenehmes Raumklima und setzt auf einen natürlichen, nachwachsenden und heimischen Rohstoff“, betont der Ortschef.
BAUHERR:IN
ARCHITEKTUR
Tamsweg
AUSFÜHRUNG
Unternberg
© Johannes Ilsinger
Salzburg IM BLICK
Die Reportage stammt aus dem Magazin Salzburg IM BLICK / Ausgabe Sommer 2026
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