Am Ostufer des Zellersees soll eine neue Therme entstehen. Die Verfasser – inspiriert durch die umgebende Bergwelt – projektieren eine gefaltete Dachkonstruktion, welche sich über die Funktionen einer Therme am See stülpt. Gestalterisch gekonnt, verstehen es die Verfasser eine skulpturale Ausformulierung der Aufgabe zu entwickeln, scheinen jedoch letztendlich mit dem Raumprogramm und dem inneren Aufbau einer Therme überfordert. Der Aufwand der Konstruktion entspricht in keinster Weise der Bauaufgabe, zumal die angebotenen Flächenverhältnisse zueinander nicht denen einer auch wirtschaftlich funktionierenden Thermenanlage entsprechen. Nur zum Verständnis: Garderoben zu klein, Poolanlagen zu klein, offene Bar im Thermenbereich, Ruheraum im OG nicht barrierefrei, keine Restauration, etc. Die technische Ausführung scheint durch die Detailzeichnung im ersten Augenblick als durchdacht und professionell. Beim genaueren Studium kamen hier jedoch beim Preisgericht Zweifel auf, ob hier nicht im Dachbereich eine bauphysikalische Problemstellung vorliegt. Nichtsdestotrotz ist der Gestaltungswille der Verfasser beeindruckend und überzeugend, wenn auch der letzte notwendige Schritt zum Erfolg nicht gegangen
wurde.